Portrait

Portrait ist meiner persönlichen Meinung nach die schwierigste Art der Fotografie, weil nichts berechenbar ist. Weder die Stimmung des Models, noch die Stimmung des Fotografen und dadurch beeinflusst natürlich auch die Chemie zwischen den beiden. Auch das Wetter und viele andere Faktoren spielen eine maßgebliche Rolle. Zugegebenermaßen kann man jetzt sagen, dass man Portraits auch im Studio machen kann, aber für mich gehört zu einem Portrait auch die Natur und hauptsächlich natürliches Licht.

Gerade aus diesen Gründen habe ich auch lange gebraucht bzw. gezögert, mich der Portrait-Fotografie anzunähern, aber das Jahr 2015 soll auch mein erstes Jahr mit Portraits werden. Es darf sich dadurch auch jeder angesprochen fühlen, der mit mir mal ein Shooting machen will. Ich beiße nicht, bin aber auch kein Profi was das Thema Portrait angeht. Und ich verlange kein Geld dafür, weil ich Spaß an der Fotographie an sich habe und dem Gegenüber eine Freude machen will. TFP (Time for Prints) wie man so schön sagt. Model nimmt sich Zeit und bekommt nach dem Shooting eine Kopie aller entstandenen Bilder im Original und ich hab wieder was dazugelernt.

Ich bin in diesem Sektor auch kein Freund von übermäßiger Bearbeitung und zigtausend Flares, wie es andere Fotografen machen und dann pro Bild noch viel Zeit dranhängen und alles digital gerade ziehen und perfekt machen. Dann vielleicht gleich noch die Zähne weißer machen, dann da die Falten weg und hier vielleicht ein bisschen ausbessern und und und… Ein Portrait muss meiner Meinung nach eben nicht perfekt sein, weil wir es alle auch nicht sind und damit will ich keinem Model zu nahe treten :-) aber die digitale Verschönerungswelt bzw. die Möglichkeiten der Verschönerung sind einfach viel zu breit gefächert und zu omnipräsent, als dass man sich das noch ohne vorstellen kann bzw. will…

Ein Portrait ist für mich dann schön, wenn ich die Person auf dem Bild so sehe, wie sie mir auch wirklich tagtäglich über den Weg laufen kann. (von schön angezogen und bei Frauen leicht geschminkt jetzt mal abgesehen!) Man sieht den Menschen in einem Moment seines Lebens; ohne Stimme, ohne Geräusche drum herum, ohne Gerüche, man kann ihn in dem Moment nicht berühren. Nur ein Sinnesorgan ist in dem Moment aktiv. Das Auge. Und hier zitiere ich gerne Friedrich Dürrenmatt.

„Das Wesen des Menschen bei der Aufnahme sichtbar zu machen, ist die höchste Kunst der Fotografie.“

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