mein Lightroom-Workflow bezüglich Datenspeicherung und -sicherung

Da sich oft viele in Facebook-Gruppen oder anderen Portalen fragen, wie man denn seinen Ablauf gestalten könnte, will ich hier gerne mal meinen Ablauf präsentieren. Ich selbst arbeite schon seit 6 Jahren mit Lightroom und kenne die Arbeitsweise mittlerweile ganz gut und ich habe est verstehen müssen, was man wie aufbaut, um zum gewünschten Erfolg zu kommen. Mein Workflow, den ich jetzt vorstelle, ist auch sicher noch an manchen Stellen verbesserungswürdig und optimierbar, was Leistung und Geschwindgkeit angeht, aber für mich waren 2 Aspekte entscheidend, warum ich es so gemacht habe, wie ich es gemacht habe.

Punkt 1 für mich war die Datensicherheit der Originale und damit verbunden die Autmoatisierung der Sicherung der Originale und des LR-Kataloges
Punkt 2 war für mich die Möglichkeit, nicht nur an einem Rechner zu bearbeiten, sondern auch mal vom Laptop oder auch von unterwegs.

Zunächst mal zur Hardware:

  • natürlich ein PC / Laptop zur Bearbeitung
  • Ein NAS-System (Netzwerkspeicher) mit 4x3TB Festplatten mit RAID 5 Verbund, das heißt eine Platte könnte sogar ausfallen ohne Datenverlust zu haben
  • eine 2TB Festplatte für die wöchentliche Sicherung
  • eine 5TB Festplatte für die monatliche Sicherung

Software:

  • Windows 7 / Windows 10
  • Lightroom und Photoshop im Abo Adobe CC

Sonstiges:

  • ich fotografiere ausschließlich in RAW, es werden also keine JPGs gesichert, nur die “Negative”!

Nun genug der Vorrede, jetzt gehts mal zur Erklärung meines Ablaufes.

  1. Mein Katalog liegt aufgrund der eingangs erwähnten Gründe bei mir nicht auf einem Rechner, sondern zentral auf meinem Netzwerkspeicher. Hier habe ich speziell ein sogenannte iSCSI-LUN eingerichtet, das bei jedem Start eines Rechners verbunden wird und hier drauf liegt der LR Katalog. Ein paar Worte zur Einrichtung kommen später.
  2. Meine Bild-Dateien liegen auch alle auf meinem Netzwerkspeicher in einem Ordner mit datumsbezogenen Unterordnern.
  3. Wenn ich nun vom Fotografieren heimkomme, stecke ich die SD-Karte an den Rechner, Lightroom öffnet das Importfenster und ich importiere jetzt alle Bilder erst mal in den eben angesprochenen Haupt-Ordner in einen dementsprechend benannten Unterordner. Bei mir heißen alle Unterordner gem. dem Format JJJJMMTT_Shooting-Thema. Also zum Beispiel 20170509_Portrait_mit_Person_X. Vorteil bei der Nutzung des LR-Imports ist, dass man sofort nach Beginn des Imports schon anfangen kann auszusortieren/zu sichen.
  4. Jetzt werden die Bilder gesichtet und sofort nach Qualität aussortiert. Hier bietet ja Lightroom die schöne Funktion mit der Taste “X”, das Bild als abgelehnt zu kategorisieren. Diese abgelehnten Bilder kann man dann über Foto->Abgelehnte Fotos löschen” (Tastenkürzel Strg + Rücktaste) bequem löschen lassen. Hier fragt LR dann nochmal nach, ob man “Entfernen” oder “vom Datenträger löschen” will. Ersteres bedeutet lediglich, dass das Bild aus dem Katalog entfernt wird, physisch aber noch auf dem Datenspeicher liegt und Platz braucht. Ich wähle hier ausschließlich “vom Datenträger löschen”. Alles was man jetzt löscht, spart Platz und später löscht man sowieso nicht mehr. Also mein Rat, löscht jetzt sofort.
  5. Die Bilder, die ich dann bearbeiten möchte, bearbeite ich jetzt und die letztendlich ausgewählten werden später dann als JPG exportiert.
  6. Auf meinem Netzwerkspeicher (Synology DS415+) habe ich nun folgendes per Aufgaben automatisiert mit einem festen Zyklus eingerichtet:
    1. eine wöchentliche Sicherung (Nachts) der Bild-Daten auf einer externen Platte
    2. eine monaltiche Sicherung (Nachts) der Bild-Daten auf einer anderen externen Platte
    3. eine wöchentliche und monatliche Sicherung (Nachts) der Daten (Katalog) im LUN
  7. A und B sind diferenzielle Sicheurngen, C ist immer eine überschreibende Vollsicherung.
  8. Der Vorteil dieser Automatisierung liegt auf der Hand; sie läuft zuverlässig und automatisiert, d.h. ich muss keine Festplatten an-/ausstecken oder Sicherungen starten und prüfen was neu ist, …. Spart viel Zeit, die man wiederum fürs Fotografieren nutzen kann :-)

Nun noch wie eingangs versprochen die Erklärung zum iSCSI-LUN einrichten (hier kurz erklärt am Beispiel eines Synology NAS):

  • im Hauptmenu den Speichermanager aufrufen und dem Einrichtungs-Assistenten folgen und den LUN-Typ iSCSI-LUN (reguläre Dateien) wählen.
    Bitte KEINEN der anderen Typen wählen, diese würden das NAS komplett auf iSCSI umstellen und man verliert dabei alle Daten!
  • als nächstes kommen die LUN-Eigenschaften, den Namen kann man frei wählen und die Größe auch. Und wenn man sich über die Größe nicht sicher ist, man kann diese nachträglich in beide Richtungen ändern!
  • Im nächsten Fenster können wir dem Target einen Namen geben. Unter CHAP aktivieren, geben wir Nutzername und Passwort ein. Dies dient bei der späteren Verbindung mit dem Rechner zur Authentifizierung am Server. Gegenseitigen CHAP aktivieren benutzt man, wenn sich auch der Server gegenüber dem Client authentifizieren soll. Es reicht also “Chap aktivieren”.
  • Jetzt ist das LUN auf der Syno eingerichtet und man kann es am PC aufrufen/öffnen.
    Das geht folgendermaßen; drückt Win + R und gebt iscsicpl.exe ein und bestätigt mit OK. Man wird darauf hingewiesen, dass der iSCSI-Dienst aktuell nicht ausgeführt wird. Mit Ja bestätigen. Kurz darauf erscheint das Fenster Eigenschaften von iSCSI-Initiator. Im Eingabefeld tragt ihr die IP-Adresse des NAS ein. Anschließend auf die Schaltfläche Schnell verbinden klicken.
  • Die Verbindung lässt sich noch nicht durchführen, doch immerhin erscheint nun der Name des Targets in der Liste unter Erkannte Ziele. Markiert das Target und drückt die Schaltfläche Verbinden. Im folgenden Fenster Mit Ziel verbinden auf Erweitert gehen und setzt ein Häkchen vor CHAP-Anmeldung aktivieren. Unter Name und Zielschlüssel tragt ihr nun die zuvor im NAS vergebenen CHAP-Zugangsdaten ein. Mit Zielschlüssel ist hier das CHAP-Passwort gemeint. Bestätigt zweimal mit OK. Nun sollte das Target in der Liste den Status Verbunden anzeigen. Bestätigt mit OK.
  • Die Datenträgerverwaltung mit WIN + X öffnen. Alternativ Rechtsklick auf Start und Datenträgerverwaltung auswählen. Man erhält einen Hinweis, dass ein neuer Datenträger entdeckt wurde, aber initialisiert werden muss.Wählt den gewünschten Partitionsstil (MBR) und erstellt mit Rechtsklick auf den neuen Datenträger ein neues einfaches Volume, dem ihr einen noch nicht vergebenen Laufwerksbuchstaben zuweist und mit NTFS formatiert. Nun erscheint der iSCSi-Speicher auch als virtuelles Laufwerk im Windows Explorer.

Wie schon gesagt, ist das sicher nicht die 100%-Lösung und vielleicht auch nicht in allen Bereichen die richtige, aber sie passt zu meinen eingangs erwähnten Prioritäten, der Datensicherheit und der automatisierten Sicherung.

Ihr könnt darunter gern kommentieren oder euren Workflow schildern; die Leser dieses Beitrages sind sicher an Alternativen interessiert.

Viel Spaß und weiterhin gutes Licht euch allen.

Toni

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